Ein US-Stablecoin-Rendite-Verbot würde andere die Lücke füllen lassen
Ein US-Verbot von Stablecoin-Renditen wird die Nachfrage nach Krypto-Rewards nicht beseitigen — andere Länder füllen die Lücke schnell, warnte Ledgers Asia-Pacific-Chef im März 2026.

Das Wichtigste in Kürze
- Takatoshi Shibayama, Asien-Pazifik-Chef bei Ledger, sagt, ein US-Verbot von Stablecoin-Renditen würde ausländische Regulierungsbehörden dazu veranlassen, die Lücke zu füllen
- Eine von der Bankenlobby unterstützte Bestimmung im US-Senat-Kryptogesetz würde Drittanbieter-Plattformen daran hindern, Stablecoin-Renditen an Nutzer weiterzugeben
- Australien gewährt Stablecoin-Emittenten bereits eine regulatorische Ausnahme, obwohl die meisten Renditen noch nicht an Nutzer weitergeben
- Asiatische Institutionen haben ihren Fokus auf Tokenisierung und Stablecoin-Emission verlagert — nicht auf Krypto-Engagement oder DeFi
Die Debatte um ein Stablecoin-Renditeverbot in den USA ist nicht nur ein innenpolitischer Regulierungsstreit — laut Takatoshi Shibayama, Asien-Pazifik-Chef beim Hardware-Wallet-Hersteller Ledger, ist es eine globale Chance, die derjenige ergreift, der als Erster handelt.
Was ist das US-Stablecoin-Renditeverbot?
Das US-Stablecoin-Gesetz, das im Senat erarbeitet wird, sollte eigentlich Klarheit darüber schaffen, wie Marktaufsichtsbehörden Krypto regulieren. Stattdessen ist es nun zum Stillstand gekommen — und der Grund ist eine von der Bankenlobby unterstützte Bestimmung, die Drittanbieter-Plattformen daran hindern würde, Stablecoin-Renditen an Nutzer weiterzugeben.
Krypto-Lobbyisten haben sich vehement gewehrt. Doch die Bestimmung zum Stablecoin-Renditeverbot ist weiterhin im Spiel, und Shibayama sagte — unverblümt —, dass die USA mit einer Verabschiedung die Stablecoin-Renditen nicht beseitigen würden. Sie würden dieses Geschäft an jemand anderen übergeben.
Andere Länder positionieren sich bereits
Shibayama verwies auf Australien als ein Beispiel — Stablecoin-Emittenten dort haben bereits eine regulatorische Ausnahme erhalten. Doch selbst mit diesem Spielraum geben die meisten Stablecoins außerhalb der USA immer noch keine Renditen oder Belohnungen an ihre Nutzer weiter. Warum? Um die Interessen der Banken zu schützen, sagte er.
Sollten die USA das Verbot formalisieren, sagte Shibayama gegenüber Journalisten, würde dies „definitiv ein Gespräch eröffnen" zwischen Institutionen, Stablecoin-Emittenten und ausländischen Regulierungsbehörden darüber, wie darauf reagiert werden soll.
Sollte sich das in den USA ändern, dann denke ich, dass es definitiv viele Gespräche zwischen den Stablecoin-Emittenten und den Regulierungsbehörden eröffnet, um Renditen oder Belohnungen an ihre Nutzerbasis weiterzugeben.
Asiens größerer Wandel: Tokenisierung statt Krypto
Hinter der Renditedebatte verbirgt sich eine größere Geschichte, und Ledgers Shibayama sprach offen darüber. Seit letztem Jahr, sagte er, hat sich das institutionelle Geld in Asien leise von Krypto — also tatsächlichem Bitcoin und Ethereum — von der Blockchain-Technologie im weiteren Sinne abgekoppelt.
Institutionen fragen nicht: Können wir in BTC investieren? Sie fragen: Können wir unsere Finanzprodukte tokenisieren? Können wir eigene Stablecoins ausgeben? DeFi und Staking, sagte Shibayama, sind für institutionelle Akteure derzeit größtenteils vom Tisch — „sorgfältig aussortiert" aus der Diskussion.
Was bedeutet das für Stablecoin-Inhaber?
Vermögensverwalter sind ein anderer Fall. Shibayama sagte, sie erkundeten weiterhin aktiv Krypto-Produkte — teils um das Kundenangebot zu diversifizieren, teils weil die Regulierungen für sie nicht so streng sind wie für Banken und Verwahrstellen. Diese Lücke ist eine echte Chance und zieht ernsthafte Aufmerksamkeit auf sich.
Speziell bei der Verwahrung verändert sich das Bild ebenfalls. Vermögensverwalter werden „deutlich wählerischer" bei ihren Verwahrungsanbietern, sagte Shibayama — sie wollen regulierte Verwahrstellen, warten aber nicht immer darauf, dass Vorschriften dies erzwingen.
Die Bankenlobby hat eine Bestimmung gezielt geschrieben, um Stablecoin-Renditen zu unterbinden. Denken Sie darüber nach, was das aussagt — wenn Renditen keine Bedrohung für Banken wären, wäre es nicht der Mühe wert, sie zu verbieten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das US-Stablecoin-Renditeverbot?
Das US-Stablecoin-Renditeverbot bezieht sich auf eine von der Bankenlobby unterstützte Bestimmung in der anhängigen US-Senat-Kryptogesetzgebung, die Drittanbieter-Plattformen daran hindern würde, Stablecoin-Renditen oder -Belohnungen an Nutzer weiterzugeben. Krypto-Lobbyisten haben sich gegen die Bestimmung gewehrt und das umfassendere Gesetz stand im März 2026 still.
Wie würde ein US-Stablecoin-Renditeverbot andere Länder betreffen?
Laut Ledgers Asien-Pazifik-Chef Takatoshi Shibayama würde ein US-Verbot Gespräche zwischen Institutionen, Stablecoin-Emittenten und ausländischen Regulierungsbehörden darüber eröffnen, Renditen anzubieten, die Amerika nicht gewährt. Länder wie Australien haben bereits regulatorische Ausnahmen für Stablecoin-Emittenten geschaffen.
Wie ist Asiens aktueller Ansatz bei Krypto und Stablecoins?
Asiatische Institutionen haben ihren Fokus laut Shibayama weitgehend von direktem Krypto-Engagement — Bitcoin und Ethereum — weg und hin zur Tokenisierung von Finanzprodukten und Emission von Stablecoins verlagert. DeFi und Staking wurden an den Rand gedrängt, obwohl Vermögensverwalter weiterhin an diversifizierten Krypto-Angeboten interessiert sind.
