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Boliviens Bitcoin-Mining setzt auf Wiederbelebung stillgelegter Anlagen

Sara Kim
Sara Kim
DeFi-Korrespondent·

Alps Blockchain reaktiviert ein 127-MW-Kraftwerk in Cochabamba für Bitcoin-Mining in Bolivien – Hashrate stieg um 2.400 %, Gassubventionen schwinden 2026.

Boliviens Bitcoin-Mining setzt auf Wiederbelebung stillgelegter Anlagen

Das Wichtigste in Kürze

  • Das italienische Unternehmen Alps Blockchain kooperiert mit der lokalen Firma Qurubiqa, um ein stillgelegtes 127 MW Wärmekraftwerk in Cochabamba in eine aktive Mining-Anlage umzuwandeln
  • Die Bolivia Bitcoin Mining-Hashrate ist im Jahresvergleich bis Q2 2026 um mehr als 2.400% gestiegen, angetrieben durch subventioniertes Erdgas zu nur $1,30 pro MMBTU
  • Das Projekt läuft derzeit mit 27 MW und erzeugt 1,23 EH/s, wobei die Einnahmen in US-Dollar denominiert sind, um Boliviens Währungsinstabilität zu umgehen

Bolivia Bitcoin Mining hat seinen Ruf auf einem einzigen, fragilen Vorteil aufgebaut: Gas so billig, dass die Rechnung unwiderstehlich war. Inländisches Erdgas zum Preis von $1,30 pro MMBTU gegenüber einem globalen Marktpreis von $8 bis $12 schuf eine Arbitrage, die die Hashrate bis Q2 2026 um mehr als 2.400% im Jahresvergleich in die Höhe trieb. Jetzt, da Boliviens Regierung diese Subventionen zurückfährt, weicht das Modell, das den Boom ausgelöst hat, etwas Neuem.

Alps Blockchain setzt auf ein gestrandetes Asset in Cochabamba

Das italienische Unternehmen Alps Blockchain jagt nicht billigem Gas hinterher. Es wandelt ein 127 MW Wärmekraftwerk in Cochabamba, das stillgelegt war, in eine dollardenominierte Bitcoin-Mining-Anlage um und kooperiert dabei mit dem bolivianischen Unternehmen Qurubiqa, um die Anlage im Rahmen von Regierungsverträgen mit Steuerbefreiungen zu betreiben. Das Kraftwerk läuft derzeit mit 27 MW und erzeugt eine Hashrate von 1,23 EH/s.

Die Logik ist simpel: Das Kraftwerk war gestrandet. Infrastruktur, die keine Einnahmen generiert, ist eine Belastung, und das Vor-Ort-Eigenverbrauchsmodell von Alps Blockchain verwandelt diese Belastung in eine Einnahmequelle, ohne dass ein Netzanschluss oder ein Abnehmer auf der anderen Seite erforderlich ist. Skaliert man auf die vollen 127 MW, wird die Rechnung richtig interessant. Bei aktuellen Effizienzwerten würde eine fast fünffache Steigerung von 1,23 EH/s diesen einzelnen bolivianischen Standort auf das Niveau mittelgroßer börsennotierter Mining-Unternehmen bringen.

Machen dollardenominierte Einnahmen das Bolivia Mining widerstandsfähiger?

Bolivien durchlebt eine Finanzkrise, die den Boliviano ausgehöhlt und ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Dollar-Liquidität ausgelöst hat. Durch die Strukturierung der Mining-Einnahmen in US-Dollar umgehen Alps Blockchain und Qurubiqa effektiv das Währungsrisiko, das andere Sektoren der bolivianischen Wirtschaft schwer getroffen hat. Boliviens neu gewählte rechtsgerichtete Regierung hat die Anziehung von Auslandskapital zu einer erklärten Priorität gemacht, und diese Vereinbarung liefert genau das, ohne eine formelle Dollarisierung zu erfordern.

Allerdings gibt die Vergangenheit Anlass zur Vorsicht. Boliviens Verstaatlichungsphase Mitte der 2000er Jahre bescherte ausländischen Energieinvestoren reale Verluste. Steuerbefreiungen, die heute in Verträgen verankert sind, können von der nächsten Regierung rückgängig gemacht werden. Die Wette, die Alps Blockchain eingeht, ist nicht nur technischer Natur. Sie ist politisch.

Häufig gestellte Fragen

Was macht Alps Blockchain in Bolivien?

Alps Blockchain ist ein italienisches Mining-Unternehmen, das ein stillgelegtes 127 MW Wärmekraftwerk in Cochabamba, Bolivien, in eine Bitcoin-Mining-Anlage umwandelt. Das Projekt läuft derzeit mit 27 MW und 1,23 EH/s, mit Plänen zur Skalierung auf die volle Kapazität des Kraftwerks im Rahmen von USD-denominierten Einnahmenvereinbarungen und staatlichen Steuerbefreiungen.

Warum ist Bolivia Bitcoin Mining so schnell gewachsen?

Bolivien subventionierte inländisches Erdgas auf $1,30 pro MMBTU, weit unter den Marktpreisen von $8 bis $12. Diese Preislücke machte die Mining-Ökonomie extrem attraktiv und führte bis Q2 2026 zu einem Hashrate-Anstieg von 2.400% im Jahresvergleich. Da die Subventionen zurückgefahren werden, wechseln Betreiber zu Modellen mit gestrandeten Assets und erneuerbaren Energien.

Wer ist Qurubiqa?

Qurubiqa ist das lokale bolivianische Unternehmen, das das Mining-Projekt im Wärmekraftwerk Cochabamba gemeinsam mit Alps Blockchain betreibt. Die Partnerschaft verwaltet die Anlage in einer USD-denominierten Struktur, die darauf ausgelegt ist, Boliviens inländische Währungsinstabilität zu umgehen.

Welche Risiken birgt Bitcoin Mining in Bolivien?

Boliviens Verstaatlichungsära Mitte der 2000er Jahre bescherte ausländischen Energieinvestoren schwere Verluste. Steuerbefreiungen, die unter der heutigen rechtsgerichteten Regierung gewährt werden, könnten von künftigen Regierungen rückgängig gemacht werden. Das politische Risiko steht neben dem technischen Potenzial der Skalierung des Cochabamba-Kraftwerks auf die volle Kapazität von 127 MW.