TD Cowen: 3 Krypto-Aktien, die Bitcoin-ETFs schlagen könnten
TD Cowen-Analyst Lance Vitanza stuft Nakamoto, SharpLink Gaming und Strive mit Buy ein und sieht bei allen Potenzial, Spot-Bitcoin-ETFs 2026 zu schlagen.

Das Wichtigste in Kürze
- TD Cowen hat Kaufempfehlungen für Nakamoto (NAKA), SharpLink Gaming (SBET) und Strive (ASST) ausgesprochen -- alle 90%+ unter ihren Höchstständen
- Nakamoto erhält ein Kursziel von $1.00 gegenüber einem Schlusskurs von $0.21, basierend auf einer Bitcoin-Preisprognose von $140,000 bis Ende 2026
- SharpLink hat ein Kursziel von $16 gegenüber einem Schlusskurs von $6.42; Strive zielt auf $26 gegenüber $9.64 -- beide setzen eine deutliche Erholung der Kryptopreise voraus
TD Cowens Coverage von Krypto-Aktien startete am Donnerstag mit einer gewagten Einschätzung: Analyst Lance Vitanza vergab Kaufempfehlungen für drei Digital-Asset-Treasury-Unternehmen, die bereits 90% oder mehr von ihren Höchstständen eingebrochen sind. Sein Argument: Wenn die Kryptopreise sich erholen und diese Firmen ihre Token-Bestände pro Aktie weiter ausbauen, könnten sie börsengehandelte Krypto-Spotprodukte tatsächlich übertreffen. Das ist ein großes Wenn. Aber die Rechnung, die Vitanza vorlegt, ist es wert, verstanden zu werden.
Nakamoto: Bitcoin-Akkumulator mit globaler Ausrichtung
Vitanza startete die Coverage von Nakamoto (NAKA) mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von $1.00 -- fast eine Verfünffachung gegenüber dem Schlusskurs von $0.21 am Donnerstag. Dieses Ziel basiert auf drei Annahmen: geschätzte Bitcoin-Dollargewinne von $394 Millionen im Geschäftsjahr 2027, ein 2-faches Multiple und ein Bitcoin-Kurs von etwa $140,000 bis Ende 2026.
Was Nakamoto laut Vitanza von anderen börsennotierten Bitcoin-Treasury-Unternehmen unterscheidet, ist die Unternehmensstruktur. Es häuft nicht einfach nur BTC direkt an -- es hält auch Minderheitsbeteiligungen an ausländischen Treasury-Unternehmen wie Metaplanet und Treasury BV. Dazu kommen operative Geschäftsbereiche in den Bereichen Medien, Bitcoin-Befürwortung und Digital-Asset-Management, was der Analyst als 'eigenständiges Synergiepotenzial' bezeichnete. Ob sich diese Synergien jemals realisieren, ist eine ganz andere Frage.
Zur Einordnung: Die TD Cowen Krypto-Aktien-Coverage hat Nakamoto als den aggressivsten Upside-Call der drei positioniert -- gerade weil die Aktie am günstigsten ist und der Hebel auf Bitcoin-Wertsteigerungen am direktesten wirkt.
SharpLink Gaming: Kann ein Ethereum-Treasury tatsächlich Ethereum ETFs schlagen?
SharpLink Gaming ist der ETH-Wert in der Gruppe. Vitanza stufte SBET mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von $16 gegenüber einem Schlusskurs von $6.42 am Donnerstag ein -- etwa ein 2,5-faches von hier. Sein Modell geht von $93 Millionen an Ether-Dollargewinnen im Geschäftsjahr 2026, einem 2-fachen Multiple und einem Ether-Kurs von etwa $3,650 bis Dezember 2026 aus.
Der Führungsaspekt ist real und verdient Aufmerksamkeit. Die SharpLink Gaming Ethereum-Treasury-Operationen werden von Joseph Chalom, dem ehemaligen Leiter für digitale Vermögenswerte bei BlackRock, und Joseph Lubin, Mitgründer von Ethereum selbst, geführt. Das ist kein beliebiges Management-Team. Die Strategie besteht darin, Ether pro Aktie durch Treasury-Operationen und Staking zu steigern -- und Vitanzas Argument für eine Outperformance gegenüber Spot-Ether-ETPs ist tatsächlich konkret: ETF-Investoren tragen Verwaltungsgebühren, und viele Ether-ETFs können aufgrund regulatorischer und struktureller Einschränkungen nach wie vor keinen wesentlichen Teil ihrer Bestände staken.
Selbst wenn ETH seitwärts handelt oder nachgibt, könnten Staking-Erträge die Betriebskosten decken und SharpLink eine positive ETH-Rendite pro Aktie erwirtschaften lassen. Das ist die These. Sie ist schlüssig, hängt aber vollständig davon ab, dass das Staking-Umfeld günstig bleibt und das Unternehmen nicht schneller Geld verbrennt, als es Erträge erwirtschaftet.
Selbst wenn Ether schwach bleibt, sollten die Staking-Einnahmen die Betriebskosten mehr als decken.
Strive: Die Konsolidierer-These und ein Wendepunkt
Strive (ASST) ist der strukturell interessanteste Fall. Vitanza vergab eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von $26 -- fast das Dreifache des Schlusskurses von $9.64 am Donnerstag. Seine Annahmen: $142 Millionen an Bitcoin-Dollargewinnen im Geschäftsjahr 2026, ein 2-faches Multiple und Bitcoin bei $140,000 zum Jahresende.
Das entscheidende Detail ist die Übernahmehistorie. Laut Vitanza machte die Strive Bitcoin-Treasury-Übernahme von Semler Scientific -- abgeschlossen im Januar 2026 -- Strive zum ersten börsennotierten Bitcoin-Treasury-Unternehmen, das ein anderes übernommen hat. Vitanza nannte dies ein 'Schlüsselereignis', und die daraus folgende Logik ist klar: Wenn weitere Treasury-Unternehmen mit einem Abschlag zu ihren Bitcoin-Beständen handeln, wird Strive zum natürlichen Käufer. Es ist eine M&A-Konsolidierer-Story, die auf einer Bitcoin-Treasury-Story aufbaut.
Strive betreibt außerdem Vermögensverwaltung, Social-Media-Marketing und Bitcoin-Bildungsprogramme. Theoretisch unterstützen diese das Treasury-Geschäft und geben dem Unternehmen zusätzliche Hebel. In der Praxis ist Strive -- wie die beiden anderen -- vollständig davon abhängig, dass sich Bitcoin erholt und über den von Vitanza prognostizierten Kurszielen hält.
Warum sollte das einen Bitcoin ETF schlagen?
Das zentrale Argument bei allen drei Empfehlungen ist Hebelwirkung. Ein Spot-Bitcoin-ETF bildet die BTC-Preisbewegung nahezu exakt ab, abzüglich Gebühren. Diese Treasury-Aktien könnten, wenn sie ihre Token-Bestände pro Aktie ausbauen, das Aufwärtspotenzial theoretisch verstärken -- mehr BTC pro Aktie über die Zeit bedeutet, dass jede Aktie mehr wert ist, selbst wenn der Bitcoin-Preis nur stagniert.
Aber dieselbe Hebelwirkung schlägt auf dem Weg nach unten in die andere Richtung aus, und genau das hat alle drei Aktien hierher gebracht. NAKA, SBET und ASST haben jeweils 90%+ von ihren Höchstständen verloren. Vitanza setzt darauf, dass die Akkumulationsstrategie -- mehr Token kaufen, wo möglich staken, in Notlagen übernehmen -- sich auszahlt, wenn und falls die Krypto-Stimmung dreht. Das ist ein Erholungs-Play in institutioneller Verpackung, und ob man es überzeugend findet, hängt fast ausschließlich von der eigenen Krypto-Preisprognose für den Rest von 2026 ab.
Häufig gestellte Fragen
Was hat TD Cowen über Krypto-Treasury-Aktien gesagt?
TD-Cowen-Analyst Lance Vitanza hat Kaufempfehlungen für Nakamoto (NAKA), SharpLink Gaming (SBET) und Strive (ASST) ausgesprochen. Er argumentierte, dass jede dieser Aktien börsengehandelte Krypto-Spotprodukte übertreffen könnte, wenn sich die Kryptopreise erholen und die Unternehmen ihre Token-Bestände pro Aktie weiter ausbauen.
Welche Strategie verfolgt SharpLink Gaming, um Ethereum ETFs zu übertreffen?
SharpLink Gaming will Ether pro Aktie durch Treasury-Operationen und Staking steigern. Vitanza argumentierte, dass SharpLink durch Staking-Erträge outperformen könnte, da ETF-Investoren Verwaltungsgebühren zahlen und viele Spot-Ether-ETFs ihre Bestände nicht staken können. Selbst bei schwachem ETH könnten die Staking-Einnahmen die Betriebskosten decken.
Was unterscheidet Strive von anderen Bitcoin-Treasury-Unternehmen?
Strive hat im Januar 2026 die Übernahme von Semler Scientific abgeschlossen und wurde damit zum ersten börsennotierten Bitcoin-Treasury-Unternehmen, das ein anderes übernommen hat. TD Cowen bezeichnete dies als 'Schlüsselereignis' und beschrieb Strive als potenziellen Konsolidierer, falls weitere Treasury-Unternehmen unter dem Wert ihrer Bitcoin-Bestände handeln.
Welche Kursziele hat TD Cowen für NAKA, SBET und ASST?
Vitanza setzte ein Kursziel von $1.00 für Nakamoto (NAKA) bei einem Schlusskurs von $0.21, $16 für SharpLink Gaming (SBET) bei $6.42 und $26 für Strive (ASST) bei $9.64. Alle Kursziele gehen davon aus, dass Bitcoin bis Ende 2026 etwa $140,000 erreicht.
