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Metaplanet überholt MARA als drittgrößte Bitcoin-Reserve

Metaplanet kaufte im Q1 2026 5.075 BTC für 405 Mio. $, erhöhte den Gesamtbestand auf 40.177 BTC und überholte MARA Holdings auf Platz drei weltweit.

Das Wichtigste in Kürze

  • 5.075 BTC wurden von Metaplanet im ersten Quartal 2026 zu einem Durchschnittspreis von $79.900 pro Coin erworben
  • Die Gesamtbestände belaufen sich nun auf 40.177 BTC, erworben für rund $4,18 Milliarden bei einer Kostenbasis von $104.106 pro Coin
  • MARA Holdings verkaufte im März rund 15.000 BTC zur Tilgung von Wandelanleihen und überließ Metaplanet damit den dritten Platz
  • Metaplanets 555-Millionen-Plan zielt auf 100.000 BTC bis Jahresende und 210.000 BTC bis Ende 2027 ab

Metaplanets Bitcoin-Treasury-Strategie hat soeben die globalen Top Drei erreicht. Das in Tokio börsennotierte Unternehmen gab am Mittwoch bekannt, dass es im ersten Quartal 2026 5.075 BTC hinzugefügt hat und dabei rund $405 Millionen zu einem Durchschnittspreis von etwa $79.900 pro Coin ausgab. Dieses Kauftempo hat das Unternehmen an MARA Holdings vorbei auf den dritten Platz unter den börsennotierten Unternehmen mit den größten Bitcoin-Beständen weltweit katapultiert.

Wie Metaplanet im Bitcoin-Ranking der Unternehmen aufstieg

Der Sprung auf den dritten Platz gelang nicht allein durch aggressives Kaufen. Timing und der Rückzug eines Konkurrenten halfen dabei. MARA Holdings verkaufte im März rund 15.000 BTC für $1,1 Milliarden, um einen Teil seiner Wandelanleihen mit Abschlag zurückzukaufen. Dieser Bilanzschritt reduzierte den Bestand des Miners auf etwa 38.700 BTC und schuf damit die Lücke, die Metaplanet brauchte.

Metaplanets Q1-Kauf bringt die kumulierten Bestände auf 40.177 BTC, erworben für insgesamt rund $4,18 Milliarden. Die durchschnittliche Kostenbasis über den gesamten Bestand liegt bei $104.106 pro Coin — deutlich über dem $79.900-Durchschnittspreis, den das Unternehmen im ersten Quartal zahlte. Das bedeutet, dass in früheren Quartalen deutlich höhere Preise pro Coin gezahlt wurden. Ein Detail, das man bei schwankenden Bitcoin-Kursen im Auge behalten sollte.

Das Unternehmen liegt nun nur noch hinter Strategy — dem ursprünglichen Bitcoin-Treasury-Unternehmen mit mehr als 762.099 BTC — und Twenty One Capital mit 43.514 BTC. Der Abstand zwischen Metaplanet und Twenty One Capital beträgt weniger als 3.400 BTC. Wenn das Tokioter Unternehmen weiterhin im Q1-Tempo kauft, schrumpft dieser Abstand schnell.

メタプラネットは、2026年第1四半期を通じて5,075 BTCを約636.45億円で取得しました。2026年の年初来BTCイールドは2.8%を達成しました。

— Simon Gerovich, Metaplanet CEO, via X

Was bedeutet 'BTC Yield' eigentlich?

Metaplanet meldete eine BTC Yield von 2,8 % seit Jahresbeginn — eine Zahl, die nach Zinserträgen klingt, es aber nicht ist. Die Kennzahl ist selbst definiert: Sie erfasst das Wachstum der Bitcoin-Bestände pro verwässerter Aktie und misst im Wesentlichen, wie stark das Unternehmen seine BTC-Exposition pro Aktie im Zeitverlauf steigert. Über Kursgewinne der Coins sagt sie nichts aus.

Strategy verwendet exakt dieselbe Kennzahl. Es handelt sich um eine Kapitaleffizienz-Messgröße im Gewand von Rendite-Sprache — und Kritiker würden argumentieren, sie gehöre eher in eine Marketing-Präsentation als in eine Bilanz. Dennoch ist sie für Anleger, die in die Treasury-These eingestiegen sind, eine nützliche Methode, um Verwässerung gegen Akkumulation zu verfolgen. Wenn die Aktienanzahl schneller steigt als die BTC-Bestände, wird die Yield negativ. Mit 2,8 % seit Jahresbeginn hält Metaplanet zumindest die Linie.

Twenty One Capital wiederum hatte seine eigene Version namens Bitcoin Per Share (BPS) propagiert. CEO Jack Mallers erklärte zu Jahresbeginn, das Unternehmen habe diese Kennzahl stillschweigend aufgegeben. Daraus mag jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.

Der 555-Millionen-Plan: Ambitioniert oder unrealistisch?

Platz drei ist nicht das Endziel. Metaplanet hat eine veröffentlichte Roadmap — den 555-Millionen-Plan — der vorsieht, bis Ende 2026 100.000 BTC und bis Ende 2027 210.000 BTC zu halten. Zu aktuellen Kursen bedeutet das 2027er-Ziel, rund $10 Milliarden an Kapital aus irgendeiner Quelle aufzutreiben.

Die bisherige Finanzierungsmechanik: Das Unternehmen nahm im Januar $137 Millionen durch einen Aktien- und Optionsscheinverkauf ein, mit weiteren $276 Millionen an potenzieller Anschlussfinanzierung aus demselben Deal. Das sind $413 Millionen an verfügbarem Kapital — genug, um noch etwa ein weiteres Quartal im Q1-Tempo zu kaufen. Um sechsstellige BTC-Bestände zu erreichen, braucht Metaplanet deutlich mehr Kapitalerhöhungen, und jede davon dürfte mit Verwässerung einhergehen, die die BTC-Yield-Kennzahl unter Druck setzt.

Die Aktie erzählt einen Teil der Geschichte. Metaplanet wird an der Tokioter Börse unter dem Ticker 3550 und im außerbörslichen Handel als MTPLF gehandelt. Am Mittwoch schloss die Aktie bei $1,89 (302 Yen) — ein Minus von rund 2 % an diesem Tag. Das ist weit entfernt vom Höchststand von fast 1.930 Yen, den die Aktie im Juni 2025 erreichte. Die Aktie hat im Grunde die Gewinne eines ganzen Jahres wieder abgegeben, während der BTC-Bestand gewachsen ist. Der Markt scheint die Akkumulationsstory noch nicht vollständig einzupreisen — oder er preist stattdessen das Verwässerungsrisiko ein.

Ergibt der Kauf von Bitcoin zu durchschnittlich $104.000 jetzt noch Sinn?

Hier liegt die Spannung, über die niemand laut spricht: Metaplanets gemischte Kostenbasis von $104.106 pro BTC liegt über dem aktuellen Bitcoin-Kurs. Das Unternehmen kaufte in der Vergangenheit zu höheren Preisen und stockte im Q1 zu $79.900 auf — ein Abschlag, der den Gesamtdurchschnitt nur geringfügig senkt. Wenn Bitcoin die Sechsstelligkeit nicht bald zurückerobert, wird jeder Quartalsbericht schwieriger gegenüber den Aktionären zu rechtfertigen.

Damit steht Metaplanet nicht allein da. Strategy sieht sich derselben Rechnung in deutlich größerem Maßstab gegenüber. Doch Strategy verfügt über die Bilanzkraft und den Markenbekanntheitsgrad, um längere Abschwünge zu überstehen. Ein in Tokio börsennotiertes Midcap-Unternehmen mit einer vergleichsweise dünnen Eigenkapitalbasis operiert mit weniger Puffer. Der 555-Millionen-Plan ist nach jedem Maßstab kühn. Kühne Pläne brauchen Kursunterstützung, um aufzugehen.

Was für Metaplanet spricht: Bitcoin-Treasury-Strategien haben eine neue Anlegerklasse angezogen — Menschen, die BTC-Exposition über klassische Brokerkonten wollen, ohne eine Krypto-Börse anzufassen. Solange diese Nachfrage besteht, hat das Modell Spielraum. Die Frage ist, ob die Kapitalerhöhungen mit den Ambitionen Schritt halten können, ohne die Kennzahl pro Aktie zu ruinieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Bitcoin hält Metaplanet?

Stand Q1 2026 hält Metaplanet 40.177 BTC, erworben für rund $4,18 Milliarden bei einer durchschnittlichen Kostenbasis von $104.106 pro Coin. Allein im ersten Quartal kamen 5.075 BTC hinzu, wofür das Unternehmen rund $405 Millionen zu einem Durchschnittspreis von $79.900 pro Coin ausgab.

Warum hat Metaplanet MARA Holdings im Bitcoin-Ranking überholt?

MARA Holdings verkaufte im März 2026 rund 15.000 BTC für $1,1 Milliarden, um einen Teil seiner Wandelanleihen mit Abschlag zu tilgen. Dieser Verkauf senkte MARAs Bestände auf etwa 38.700 BTC, während Metaplanets Q1-Käufe den eigenen Bestand auf 40.177 BTC steigerten — und Tokio damit den dritten Platz sicherten.

Was ist Metaplanets BTC-Yield-Kennzahl?

Metaplanets BTC Yield ist eine selbst definierte Leistungskennzahl, die das Wachstum der Bitcoin-Bestände pro verwässerter Aktie misst. Sie zeigt, wie effektiv das Unternehmen seine BTC-Bestände im Verhältnis zur Aktienanzahl aufbaut — nicht Zinserträge oder Staking-Erträge. Metaplanet meldete per Q1 2026 eine BTC Yield von 2,8 % seit Jahresbeginn.

Was ist Metaplanets 555-Millionen-Plan?

Der 555-Millionen-Plan ist Metaplanets veröffentlichte Bitcoin-Akkumulationsroadmap mit dem Ziel, bis Ende 2026 100.000 BTC und bis Ende 2027 210.000 BTC zu halten. Das 2027er-Ziel zu aktuellen Bitcoin-Kursen zu erreichen, würde den Einsatz von rund $10 Milliarden an zusätzlichem Kapital erfordern.