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Coinbase-CLO sagt CLARITY Act-Deal in Reichweite trotz Senat-Patt

Coinbase-Chefjurist Paul Grewal sagte Fox Business, ein Deal zum CLARITY Act sei nah, auch wenn Stablecoin-Rendite-Streitigkeiten eine Abstimmung im Senat blockieren.

Coinbase-CLO sagt CLARITY Act-Deal in Reichweite trotz Senat-Patt

Grewal: „Wir sind einem Deal sehr nahe"

Der oberste Jurist von Coinbase zeigt sich auf dem Capitol Hill zunehmend optimistisch. Chief Legal Officer Paul Grewal erklärte am Mittwoch, dass der US-Senat sich einer Einigung über den Digital Asset Market Clarity Act nähert — das umfassende Krypto-Marktstrukturgesetz, das seit Monaten in der oberen Kammer feststeckt. Eine genaue Prognose für einen Ausschussvotum wollte er jedoch nicht abgeben.

In einem Auftritt bei Fox Business sagte Grewal, das Senate Banking Committee bewege sich auf die Ansetzung einer Markup-Anhörung zu, und das Gesetz könne letztlich zur Abstimmung im Plenum gelangen — vorausgesetzt, die Senatoren finden einen Weg an der Stablecoin-Rendite-Sackgasse vorbei, die den Fortschritt seit Wochen blockiert. „Ich denke, wir sind einem Deal sehr nahe", sagte er.

Die Stablecoin-Rendite bleibt der Knackpunkt

Der Kern der Meinungsverschiedenheit ist die Frage, ob Stablecoin-Emittenten oder die Plattformen, die sie vertreiben, Renditen — oder renditeähnliche Belohnungen — an Inhaber weitergeben dürfen. Traditionelle US-Banken haben massiv gegen solche Bestimmungen lobbyiert und argumentiert, dass verzinste Stablecoins Kundeneinlagen von herkömmlichen Konten abziehen und das Bankensystem destabilisieren würden. Grewal wies diese Bedenken rundheraus zurück und erklärte, es gebe keine empirische Grundlage für Behauptungen über Einlagenabflüsse.

Der Renditestreit gilt nun als eine der letzten großen Hürden, bevor eine formelle Ausschussabstimmung angesetzt werden kann. Eine Kompromisslösung bei der Stablecoin-Rendite würde voraussichtlich den Weg dafür ebnen, dass das Senate Banking Committee einen Markup-Termin festlegt, der bisher beiden Parteien verwehrt blieb.

Ein Gesetz, das seit letztem Sommer wartet

Das Repräsentantenhaus verabschiedete seine Version des Krypto-Marktstrukturgesetzes am 17. Juli 2025. Seitdem ging es auf der Senatsseite nur schleppend voran. Im Januar verschob der Vorsitzende des Banking Committee, Tim Scott, ein geplantes Markup — und diese Sitzung wurde bis heute nicht neu angesetzt. Die Verzögerung verlängerte eine umfassendere Pattsituation über bundesweite Regeln für digitale Vermögenswerte, die die Branche in einer rechtlichen Grauzone belässt.

Die Frustration hat das Weiße Haus erreicht. Letzten Monat beschuldigte Präsident Donald Trump öffentlich den Bankensektor, das Gesetz als Geisel zu halten, und schrieb, dass Banken „nicht versuchen sollten, den Genius Act zu untergraben oder den Clarity Act als Geisel zu nehmen." Später wurde bekannt, dass Trump sich nur wenige Stunden vor der Veröffentlichung der Erklärung privat mit Coinbase-CEO Brian Armstrong getroffen hatte.

Coinbase selbst hatte seinerseits eigene Vorbehalte gegen den Gesetzentwurf. Im Januar erklärte Armstrong, das Unternehmen könne das Marktstrukturgesetz „in der vorliegenden Form" nicht unterstützen, da Änderungsentwürfe Stablecoin-Belohnungen abschaffen und es Banken ermöglichen würden, Wettbewerbsbedrohungen durch Krypto-Firmen zu blockieren.

Branche warnt: Die Zeit läuft ab

Neben dem Tauziehen zwischen Banken und Krypto gewinnt ein weiteres Dringlichkeitsargument an Zugkraft. Coin Center-Geschäftsführer Peter Van Valkenburg warnte letzte Woche, dass ein Scheitern des CLARITY Act vor dem Ende des aktuellen politischen Zeitfensters die Krypto-Branche einer weitaus weniger wohlgesinnten künftigen Regierung ausliefern könnte.

Van Valkenburg formulierte den Einsatz unmissverständlich: Die Entwicklerschutzbestimmungen des Gesetzes sollen nicht die aktuelle Regierung belohnen, sondern die nächste einschränken. „Der Sinn der Verabschiedung des CLARITY Act ist nicht, dieser Regierung zu vertrauen. Es geht darum, die nächste zu binden", sagte er.

Vorerst wurde kein formeller Markup-Termin des Senate Banking Committee angekündigt. Grewals Äußerungen deuten darauf hin, dass beide Seiten sich so nahe sind wie nie zuvor, doch die Stablecoin-Rendite-Frage — und der Widerstand der Bankenbranche — müssen gelöst werden, bevor der Ausschuss den Gesetzentwurf formell voranbringen kann.