Featured

74 % der institutionellen Investoren sind bullish auf Crypto

74 % der institutionellen Anleger erwarten laut einer EY-Parthenon-Coinbase-Umfrage unter 351 Investoren vom 18. März 2026 steigende Kryptopreise in 12 Monaten.

74 % der institutionellen Investoren sind bullish auf Crypto

Das Wichtigste in Kürze

  • 74% der institutionellen Investoren erwarten laut einer EY-Parthenon- und Coinbase-Umfrage unter 351 Investoren steigende Kryptopreise innerhalb der nächsten 12 Monate
  • 73% planen, ihre Krypto-Allokationen in 2026 zu erhöhen, obwohl 49% angeben, ihre Risiko- und Liquiditätskontrollen zu verschärfen
  • Das Interesse an Tokenisierung ist sprunghaft gestiegen — der Anteil der Vermögensverwalter, die eigene Vermögenswerte tokenisieren wollen, stieg innerhalb eines Jahres von 40% auf 64%
  • 86% der Befragten nutzen bereits Stablecoins oder prüfen aktiv deren Einsatz für Cash-Management und Zahlungsströme

Institutionelle Investoren sind optimistisch gegenüber Krypto — und sie wissen genau, worauf sie sich einlassen. Eine neue EY-Parthenon-Coinbase-Umfrage unter 351 institutionellen Investoren, veröffentlicht am 18. März, ergab, dass 74% steigende Kryptopreise in den nächsten 12 Monaten erwarten, während 73% planen, bis 2026 mehr Kapital in digitale Vermögenswerte zu investieren. Das sind keine blauäugigen Privatanleger, die dem Momentum hinterherjagen. Es handelt sich um professionelle Kapitalverwalter, die den Forschern gleichzeitig mitteilten, dass regulatorische Unsicherheit ihre größte Sorge darstellt — und die trotzdem kaufen.

Was die EY-Parthenon-Coinbase-Umfrage tatsächlich ergab

Die Schlagzeilenzahlen sind klar genug. Drei von vier Großinvestoren glauben, dass die Preise von hier aus steigen werden. Fast drei Viertel planen, ihr Engagement auszubauen. Doch das Detail unter diesen Zahlen ist aufschlussreicher: 49% der Umfrageteilnehmer gaben an, gezielt ihr Risikomanagement, ihre Liquiditätsvorgaben und ihre Positionsgrößen zu verschärfen — nicht aus Angst, sondern weil sie ernsthaft skalieren. Man verfeinert kein Risiko-Framework, wenn man plant auszusteigen.

Laut der institutionellen EY-Parthenon-Coinbase-Investorenumfrage zeichnen die Daten das Bild einer Branche, die sich von spekulativer Neugier zu operativem Engagement entwickelt hat. 66% der Befragten halten bereits Spot-Krypto-ETFs oder börsengehandelte Produkte. 81% gaben an, regulierte Vehikel als primären Zugangsweg zu bevorzugen. Die „Wilder Westen"-Darstellung, die die Krypto-Berichterstattung vor drei Jahren dominierte, passt nicht mehr zu dieser Gruppe.

Man könnte es die Professionalisierung der Digital-Asset-Allokation nennen. Institutionen sehen die Volatilität nach wie vor — 49% nannten sie ausdrücklich als Grund für verschärfte Kontrollen — aber sie nutzen sie nicht mehr als Vorwand, um fernzubleiben.

Stablecoins und Tokenisierung: Vom Experiment zur Infrastruktur

Die Stablecoin-Zahlen in dieser Umfrage verdienen mehr Aufmerksamkeit, als sie bekommen. 86% der Befragten nutzen bereits Stablecoins oder prüfen aktiv deren Einsatz für Cash-Management und grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Das ist kein Nischenanwendungsfall. Die Mehrheit der Großinvestoren behandelt Stablecoins als operatives Fundament — gleichberechtigt neben traditionellen Treasury-Instrumenten.

Unternehmen entwickeln formelle Gegenparteirisiko-Protokolle und Anforderungen an die Reservetransparenz, um Stablecoin-Workflows in bestehende interne Kontrollen einzubetten. Die Compliance-Infrastruktur holt technologisch auf, was genau das Reifesignal ist, auf das institutionelles Kapital gewartet hat. Mastercards Übernahme des Stablecoin-Infrastrukturunternehmens BVNK für $1,8 Milliarden, angekündigt am 17. März, ist das bisher deutlichste Zeichen dafür, dass etablierte Finanzschienen aktiv On-Chain-Zahlungsinfrastruktur aufkaufen — und nicht nur mit Pilotprojekten experimentieren.

Tokenisierung folgt demselben Verlauf. Der Anteil der Vermögensverwalter, die eigene Vermögenswerte tokenisieren wollen, sprang innerhalb eines Jahres von 40% auf 64%. 63% gaben an, bereit zu sein, direkt in tokenisierte Vermögenswerte zu investieren, und 61% glauben, dass Tokenisierung den Handel, das Clearing und die Abwicklung innerhalb von drei bis fünf Jahren grundlegend verändern wird. Krakens Partnerschaft mit der Nasdaq zur Entwicklung tokenisierter Aktien über ihr xStocks-Produkt — das bereits über $25 Milliarden an Transaktionsvolumen abgewickelt hat — ist die Art von institutioneller Zusammenarbeit, die solche Prognosen eher plausibel als ehrgeizig erscheinen lässt.

Warum existieren regulatorische Ängste und bullische Überzeugung nebeneinander?

Hier liegt der Widerspruch im Kern dieser Umfrage, und es ist der eigentlich interessante Teil. 65% der Institutionen, die in 2026 mehr Krypto kaufen wollen, nannten klarere Regulierung als ihre Hauptmotivation. Doch 66% derselben Gruppe bezeichneten regulatorische Unsicherheit als ihr größtes Anlagerisiko. Dieselben Institutionen. Bullisch wegen Klarheit, besorgt wegen Unklarheit — gleichzeitig.

Was das bedeutet: Institutionen warten nicht auf perfekte regulatorische Sicherheit, bevor sie handeln. Sie preisen die Unsicherheit ein und kaufen trotzdem, weil die Opportunitätskosten des Abwartens mittlerweile höher sind als das regulatorische Risiko. Das ist ein fundamental anderes Kalkül als vor zwei oder drei Jahren, als die institutionelle Standardantwort auf Krypto lautete: „Wir beobachten die Entwicklungen."

Das regulatorische Bild verbessert sich tatsächlich, wenn auch langsam. 78% der Befragten nannten die Marktstruktur als den Bereich, der am dringendsten klarere Regeln braucht, gefolgt von der Lizenzierung von Digital-Asset-Firmen mit 56% und der steuerlichen Behandlung mit 54%. An einigen Fronten gibt es Fortschritte — der GENIUS Act etablierte den ersten bundesweiten Stablecoin-Rahmen in den USA, und die SEC veröffentlichte kürzlich Leitlinien zu tokenisierten Wertpapieren und startete ihre gemeinsame „Project Crypto"-Initiative mit der CFTC neu, um beide Behörden bei der Aufsicht über digitale Vermögenswerte aufeinander abzustimmen. Nichts davon löst alle Unklarheiten. Aber es verschiebt die Nadel genug, dass Institutionen mit einem Zwölfmonatshorizont offenbar zufrieden sind.

Die entscheidende Zahl sind nicht die 74%, die bullisch sind. Es sind die 66%, die Angst haben und trotzdem kaufen.

Häufig gestellte Fragen

Was ergab die institutionelle EY-Parthenon-Coinbase-Investorenumfrage?

Die Umfrage unter 351 institutionellen Investoren, veröffentlicht am 18. März 2026, ergab, dass 74% steigende Kryptopreise innerhalb von 12 Monaten erwarten, 73% ihre Allokationen in 2026 erhöhen wollen und 86% bereits Stablecoins nutzen oder prüfen. Die Studie stellte außerdem fest, dass 66% bereits Spot-Krypto-ETFs oder ETPs halten, wobei 81% regulierte Zugangsvehikel bevorzugen.

Warum sind institutionelle Investoren trotz Marktvolatilität bullisch gegenüber Krypto?

Institutionen verweisen auf klarere Regulierung, verbesserten Zugang durch regulierte ETF-Produkte und wachsende Infrastruktur rund um Stablecoins und Tokenisierung. 49% verschärfen ihre Risikokontrollen, was darauf hindeutet, dass sie ernsthaft skalieren und nicht spekulieren. Für die meisten Großanleger überwiegen die Opportunitätskosten des Fernbleibens mittlerweile das regulatorische Risiko.

Worum geht es bei der Mastercard-BVNK-Übernahme?

Mastercard kündigte am 17. März 2026 die Übernahme von BVNK, einem Stablecoin-Infrastrukturunternehmen, für $1,8 Milliarden an. Der Deal zielt auf grenzüberschreitende Zahlungen und Geschäftstransaktionen und signalisiert, dass etablierte Zahlungsnetzwerke On-Chain-Zahlungsfähigkeiten aufkaufen, statt lediglich begrenzte Pilotprogramme durchzuführen.

Was ist Krakens xStocks-Partnerschaft für tokenisierte Aktien mit der Nasdaq?

Kraken hat sich mit der Nasdaq zusammengeschlossen, um über sein xStocks-Produkt tokenisierte Aktien zu entwickeln. Die Plattform hat bereits über $25 Milliarden an Transaktionsvolumen abgewickelt und ist damit eine der größten Live-Demonstrationen tokenisierter Aktieninfrastruktur, die derzeit auf institutionellem Niveau betrieben wird.