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Binance.US ernennt neuen CEO und plant US-Expansion

Binance.US hat Compliance-Experte Stephen Gregory am 9. März 2026 zum CEO ernannt — ein Signal für DeFi und Staking nach Jahren der SEC-Rechtsstreitigkeiten.

Binance.US ernennt neuen CEO und plant US-Expansion

Das Wichtigste in Kürze

  • Stephen Gregory, ehemaliger CEO von Currency.com und Compliance-Experte bei Gemini und CEX.IO, hat am 9. März 2026 die Führung von Binance.US übernommen
  • Die SEC hat ihre Klage gegen Binance.US im Mai 2025 mit endgültiger Wirkung fallen gelassen und damit eine rechtliche Unsicherheit beendet, die seit 2023 über der Börse hing
  • Binance.US plant, sein Crypto-Staking-Angebot auszubauen und unter neuer Führung Dienste im Bereich DeFi und tokenisierte Vermögenswerte einzuführen

Binance.US hat einen neuen CEO — und die Wahl verrät alles über die aktuelle Ausrichtung des Unternehmens. Der US-Ableger der globalen Binance-Börse hat Stephen Gregory verpflichtet, einen Compliance-Juristen mit Stationen bei Gemini und CEX.IO, um die Plattform bei ihrem ernsthaften Wiedereintritt in den amerikanischen Markt zu führen.

Stephen Gregory übernimmt das Ruder bei Binance.US

Gregory hat am 9. März offiziell seinen Vorgänger Norman Reed abgelöst, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Unternehmenserklärung hervorgeht. Reed verlässt das Unternehmen nicht vollständig — er wechselt in eine Beraterrolle. Vor seinem Wechsel zu Binance.US war Gregory CEO der Krypto-Börse Currency.com und bekleidete Positionen als Compliance-Chef und Rechtsberater bei CEX.IO und Gemini. Dieser Lebenslauf ist kein Zufall.

Das Unternehmen ernannte Stephen Gregory zum CEO, nachdem es jahrelang daran gearbeitet hatte, das Vertrauen von US-Regulierungsbehörden und Nutzern zurückzugewinnen. „Ich fühle mich geehrt, das Team von Binance.US zu leiten, während wir das nächste Kapitel für die beste Plattform für US-Krypto-Anleger schreiben“, sagte Gregory in einer Erklärung. Er würdigte auch Gründer Changpeng Zhao — besser bekannt als CZ — und nannte ihn jemanden, der „sich stets dafür eingesetzt hat, die USA zur Krypto-Hauptstadt der Welt zu machen“.

Was signalisiert ein Compliance-CEO für Binance.US?

Man könnte es einen Glaubwürdigkeitszug nennen. Binance.US steckte jahrelang in rechtlichen Auseinandersetzungen, nachdem die Securities and Exchange Commission 2023 Klage eingereicht hatte — unter anderem wegen fehlender Registrierung der Börse. Die SEC stellte das Verfahren gegen Binance.US mit endgültiger Wirkung ein — eine von mehreren Rücknahmen im Krypto-Bereich unter der Regierung von Präsident Donald Trump. Einen Compliance-Juristen als CEO einzustellen, wirkt daher weniger wie Ambition und mehr wie Schadensbegrenzung im strategischen Gewand.

Dennoch gibt es hier ein echtes Geschäftsmodell. Binance.US hat erst vor etwa einem Jahr US-Dollar-Ein- und -Auszahlungen wiederhergestellt, nachdem die Börse während der SEC-Verfahren gezwungen war, als reine Krypto-Börse zu operieren. Das ist viel verlorener Boden, der aufgeholt werden muss.

DeFi, Staking und tokenisierte Vermögenswerte — Was kommt als Nächstes?

Die Ankündigung des Unternehmens skizzierte eine ambitionierte Produkt-Roadmap. Binance.US will sein Crypto-Staking-Produkt weiter ausbauen und plant die Einführung von Diensten rund um dezentrale Finanzen und tokenisierte Vermögenswerte — ein Terrain, das Börsen wie Coinbase und Kraken bereits unter sich aufteilen. Im vergangenen Jahr hat Binance.US zudem ein Empfehlungsprogramm gestartet und die Staking-Renditen erhöht — Maßnahmen, die stark nach einem Unternehmen aussehen, das Nutzer zurückgewinnen will, die während der langen regulatorischen Eiszeit abgewandert sind.

Der übergreifende Trend ist offensichtlich: Spot-Handel allein reicht nicht mehr aus. Jede große Börse wetteifert darum, Rendite, Staking und On-Chain-Produkte anzubieten. Die Frage für Binance.US ist nicht, ob Gregory der richtige CEO ist — sondern ob die Marke noch genug Spielraum hat, um mitzuhalten.